Die IG Metall hat auch eine Kampagne für den fairen Umgang mit der TAW (Leiharbeit fair gestalten) gestartet, um Leiharbeiter als Mitglieder zu rekrutieren und Gleichbehandlungsregelungen in Tarif- und Betriebsvereinbarungen durchzusetzen. Nichtsdestotrotz kritisiert die IG Metall beispielsweise sehr, dass Unternehmen in anderen Branchen als der TAW eigene Zeitarbeitsfirmen gründen, die im Verdacht stehen, die geltenden kollektiven Standards zu untergraben. Dass dieselbe Gewerkschaft den allgemein unabhängigen Charakter des TAW-Sektors anerkennt, zeigt jedoch eine gemeinsame Erklärung der Frankfurter IG Metall und zweier Arbeitgeberverbände, des Bundesverbandes der privaten Arbeitsagenturen (BZA) und des Verbandes Deutscher Zeitarbeitsfirmen (iGZ), die am 11. April 2008 veröffentlicht wurde. IndustriAll Europe begrüßt den am 6. Februar zwischen der IG Metall und Südwestmetall unterzeichneten Tarifvertrag. Das Abkommen steht an der Spitze der Tarifverhandlungen und ist ein positives Beispiel für die Sozialpartner nicht nur in Deutschland, sondern in ganz Europa. Derzeit gibt es auf Branchenebene drei konkurrierende Tarifverträge: Der Chef des Dachverbandes der Gesamtmetall-Gewerkschaft, Rainer Dulger, nannte den Tarifvertrag “den Eckpfeiler eines flexiblen Arbeitssystems für das 21. Jahrhundert”. Das iGZ behauptet beispielsweise, dass ein Drittel der Leiharbeitnehmer unter den Tarifvertrag zwischen der iGZ und dem Tarifverband der DGB-Gewerkschaften fallen (Basis: Zahl der Beschäftigten in Agenturen, die überwiegend oder ausschließlich Arbeitnehmer an Nutzerunternehmen abtreten). Die AMP macht geltend, dass agenturen, die weder der AMP, der iGZ noch der BZA angehören, sich hauptsächlich auf den Tarifvertrag zwischen der AMP und dem Tarifverband der dem CGB angeschlossenen Gewerkschaften beziehen. Die drei einschlägigen Tarifverträge enthalten keine Vorschriften, die die Gleichbehandlung von Leiharbeitnehmern und Festangestellten in Denkunternehmen vorsehen. Rahmen- und Lohnvereinbarungen für Leiharbeitnehmer legen die Arbeitsbedingungen in den gleichen Bedingungen fest wie Vereinbarungen in anderen Sektoren (siehe Tabelle 1).

In der deutschen Metall- und Elektroindustrie ist am Dienstag in den frühen Morgenstunden eine Lohneinigung erzielt worden. Darüber hinaus soll der von BZA, iGZ und IG Metall am 11. April 2008 vereinbarte Fairness-Vertrag den Weg für Vergleiche zwischen der Verwendergesellschaft, der Agentur und der IG Metall oder den Betriebsräten ebnen. Diese Vereinbarungen werden die Leiharbeitnehmer besser machen, als wenn die Tarifverträge zwischen BZA, iGZ und IG Metall angewendet würden. TAW ist nur nach den Bestimmungen des AÜG legal. Tarifverträge regeln spezifische Lohn- und Arbeitsbedingungen. Betriebsvereinbarungen können auch betriebsspezifische Vorschriften für den Einsatz von Leiharbeitnehmern enthalten. Auch BZA, iGZ und der DGB-Verhandlungsverband haben eine Vereinbarung über Mindestlöhne für Ost- und Westdeutschland geschlossen, die auf Eis gelegt wurde und nur in Kraft tritt, wenn sie für allgemeinverbindlich erklärt wird (siehe Abschnitt 2.1).